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Alex

Mein Name ist Alex, ich wurde 1998 in Karlsruhe geboren und lebe seit meinem siebten Lebensjahr mit einem Glasauge. Schon als Kleinkind war mein rechtes Auge immer wieder ein Problemfall, weshalb Arztbesuche früh zur Routine gehörten. An viele dieser Termine habe ich selbst kaum noch Erinnerungen, doch durch die Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass ich bei zahlreichen Augenärzten in ganz Deutschland in Behandlung war.
Für immer in Erinnerung bleiben wird mir aber die Behandlung in der Münchner Augenklinik im Jahr 2005. Eigentlich sollte damals eine Zyste im rechten Auge entfernt werden. Während der Operation entdeckte man aber ein Retinoblastom. Die Operation wurde abgebrochen und es folgte eine zweite Operation, bei der dann der gesamte Augapfel entfernt wurde.

Nachdem mir zunächst eine Kunststoffschale eingesetzt wurde, folgte wenig später der erste Besuch beim Okularisten. Schon als Kind war ich beeindruckt, wie detailgetreu das Glasauge an mein „normales“ Auge angepasst wird. Vor einigen Jahren habe ich mich bewusst für eine andere Augenfarbe entschieden – seitdem werde ich manchmal auf meine „zwei Augenfarben“ angesprochen. Dass eines meiner Augen aus Glas ist, fällt den meisten dabei gar nicht auf.

In den folgenden Jahren habe ich mich schnell an mein Glasauge gewöhnt. Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt und in der Onkologie haben mir immer ein Gefühl von Sicherheit gegeben. Angst hatte ich dadurch nie, sondern das Vertrauen, vollständig geheilt zu sein.

Für größere Einschränkungen im Leben sorgt das Glasauge nicht. Nach meinem Abitur habe ich Angewandte Medien in Palma de Mallorca studiert und seit 2021 arbeite ich als Video Content Manager beim VfL Bochum 1848. Für mich ist das Leben mit nur einem Auge völlig normal, denn ich kenne es schließlich nicht anders. Auch im Alltag bereitet mir die Einäugigkeit keine Probleme. Klar, ich sitze lieber so am Tisch, dass mein Gesprächspartner links von mir ist, und beim Autofahren war anstelle des üblichen Sehtests ein augenärztliches Gutachten nötig. Außerdem ist der Schulterblick nach rechts nicht gerade meine Kerndisziplin. Aber alles in allem kann ich sagen: Ich bin vollkommen zufrieden mit meiner Situation.
Ich gehe offen mit meiner Geschichte um, dazu gehört auch Humor.

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, weiß ich, dass diese Zeit für uns als Familie nicht immer einfach war. Meine Eltern haben viel mitgemacht und mein drei Jahre älterer Bruder musste sicher öfter mal zurückstecken. Deshalb finde ich es wichtig, dass auch Angehörige in solchen Situationen Unterstützung bekommen. Meine Familie und ich hatten hier großes Glück, dass wir Ärztinnen und Ärzte (insbesondere Prof. Dr. Thomas Neuhann in München und Prof. Dr. Albert Augustin und Dr. Stefan Scholl mit ihrem gesamten Team in Karlsruhe) an unserer Seite hatten, die nicht nur fachlich, sondern auch menschlich herausragend waren.

Alex
Mutmacher